Groß war die Freude, als am 20. März der Phantastikpreis SERAPH auf der Leipziger Buchmesse in vier Kategorien vergeben wurde. Neben den bestehenden Kategorien Bestes Buch, Bestes Debüt und Bester Independent-Titel kam 2026 die Kategorie Bestes Jugendbuch dazu. Dank eines Spendenstreams von Content Creatorin und Bestsellerautorin Liza Grimm können sich die vier Gewinner*innen im 15. Jahr der Verleihung jeweils über 8.000 € freuen.
- Die Sieger-Titel sind: In der Kategorie Bestes Debüt Drachenseelensplitter – Demons within von Jenna T. Scriver, in der Kategorie Bester Indie-Titel Eine Blume aus Gift und Eisen von Yola Stahl, in der Kategorie Bestes Jugendbuch Lichterloh — Stadt unter Ruß von Sarah M. Kempen und in der Kategorie Bestes Buch Lyneham von Nils Westerboer.
- Eine unabhängige Jury aus 28 Expert*innen hat aus den Nominierungen der verschiedenen Phantastik-Subgenres die Gewinner*innen der vier Kategorien gekürt.
Die Stimmung am Abend der SERAPH-Verleihung auf der großen Bühne in Halle 5 hätte festlicher nicht sein können. Nach einem Grußwort des Pressesprechers der Buchmesse, Dr. Daniel Knaut, der die Wichtigkeit der Phantastik für die Leipziger Buchmesse betonte, führten Hanka Leo und Natalja Schmidt im Namen der Phantastischen Akademie durch den Abend. Die Laudationes wurden von den Sieger*innen des Vorjahres gehalten, mit Ausnahme der des Besten Jugendbuchs, die von Nina Blazon, Preisträgerin aus dem Jahr 2016, vorgetragen wurde.
Freudentränen und Überraschungen sind seit der ersten SERAPH-Verleihung 2011 fester Bestandteil der Zeremonie, die dem Genre der Phantastik mehr Aufmerksamkeit schenken will.
“Phantastik ist weit mehr als Eskapismus. Komplexe Welten und Figuren spiegeln häufig unsere Realität und zeigen Möglichkeiten des Miteinanders auf. Die Sieger-Titel in diesem Jahr zeigen das in der gesamten Bandbreite fantastischer Subgenres, von Lichterloh bis Lyneham”, sagt Hanka Leo, Erste Vorsitzende der Phantastischen Akademie. Der zweite Vorsitzende Christoph Hardebusch betont die Arbeit der Fachjury: “Es ist wirklich beeindruckend, was die Jurymitglieder hier leisten, wenn sie innerhalb weniger Wochen etwa zehn Bücher lesen und fachlich bewerten müssen. Ein großer Dank noch einmal an die diesjährige Jury.”
In der neuen Kategorie Jugendbuch gewinnt Lichterloh — Stadt aus Ruß von Sarah M. Kempen. Laut Jury “greift die Handlung aktuelle Diskussionen aus den Bereichen Ecocritism und Klassismus auf und stellt sie in ein düsteres Setting, welches zwar mehr an Alternate History oder Science Fiction als an Fantasy erinnert, Rezipient*innen durch die starken sprachlichen Bilder jedoch sofort vor Augen steht.”
“Genau das sind die Themen, die Jugendliche bewegen und weswegen wir die neue Kategorie aufgenommen haben”, so Natalja Schmidt.
Drachenseelensplitter von Jenna T. Scriver konnte die Fachjury in der Kategorie Bestes Debüt überzeugen. Ein Jurymitglied lobt, “wie hier gekonnt, ohne moralisierend zu werden, auf psychische Krankheiten eingegangen wird und wie jede Figur ihr kleines Päckchen mitschleppen muss, auf das sie aber nicht reduziert wird.”
“Changierend zwischen sanften Tönen und spannungsgeladenen Sequenzen, subtil beseelt, mit einem dynamisch-komplexen Weltenbau und durchweg detailliert-nahbaren Charakteren” holte Eine Blume aus Gift und Eisen von Yola Stahl den Sieg in der Kategorie Bester Independent-Titel. Diese Kategorie konnte sich etablieren, da der Bereich Selfpublishing den Autor*innen in besonderem Maß ermöglicht, abseits des Marktes zu schreiben.
In der Kategorie Bestes Buch gewann der Science-Fiction-Roman Lyneham von Nils Westerboer. Ein Jurymitglied begründet die Wahl aufgrund folgender Themen: “die Frage nach der Humanität im Angesicht fortgeschrittener Technik, dem Erschließen von Planeten und der Hybris der Menschheit. Dabei werden nicht nur Grundsatzfragen gestellt, sondern auch Familienkonflikte in den subtilen wie lauten Zwischentönen behandelt.”
Im Anschluss lasen alle Preisträger*innen im Rahmen der Langen Nacht der Phantastik im Anker e. V. Leipzig. Die Veranstaltung, auf der neben den Prämierten auch Liza Grimm, Markus Heitz und Oliver Plaschka sowie Überraschungsgast Mikkel Robrahn auftraten, war bereits im Vorfeld ausverkauft.
Im Herbst 2026 öffnet die nächste SERAPH-Saison ihr Einreichungsfenster für deutschsprachige Phantastik-Romane.
Wer daran interessiert ist, die Phantastische Akademie und ihre Arbeit für den SERAPH zu unterstützen, kann sich unter info@phantastische-akademie.de melden.
Die Phantastische Akademie dankt ihren Fördermitgliedern, Sponsor*innen und Partner*innen, vor allem der Leipziger Buchmesse, Liza Grimm, dem Autor*innen-Netzwerk PAN, Tolino Media sowie der Agentur Guter Punkt für die Unterstützung.